Das Segeln wird als Gruppensport für Jugendliche gefördert mit Booten und Trainern. Im Mittelpunkt steht dabei die Vermittlung von sozialen Kompetenzen. Der verantwortungsbewusste Umgang mit Boot und Wind fördert die motorischen und kognitiven Fähigkeiten sowie die ganzheitliche Entwicklung.
Die von Jugendlichen, Eltern und Trainern sehr gut besuchte Jugend-Jahreshauptversammlung am 8. Dezember sorgte mal wieder für ein volles Clubhaus. Unter der souveränen Leitung von Maria und Diego konnte die Tagesordnung zielführend und zügig bewältigt werden.
Der Rückblick auf das Jahr 2023 verdeutlichte noch mal die zahlreichen Aktivitäten und vielen externen Regattateilnahmen. Vom Störtebecker Cup auf Helgoland im Norden bis zur Trainingswoche auf dem Gardasee im Süden, dem Bostalsee im Westen oder der Europameisterschaft der 420er in Gdynia im Osten: Die Jugendabteilung hat den FYC auf zahlreichen deutschen und europäischen Revieren vertreten und beachtliche Resultate erzielen können.
Nach der Ehrung von Chris Damm für 10 Jahre Trainertätigkeit und dem Dank an die ehrenamtlichen Trainer sowie die engagierten Eltern stand die Wahl zu den Jugendsprechern an. Hier wurden Maria Häußermann und Diego Iglesias Sichar ohne Gegenstimmen für ein weiteres Jahr gewählt.
Auch der neue Jugendraum konnte in Augenschein genommen werden. In Eigenleistung von Jugendlichen und Eltern fertig gestellt, wurden erste dekorative Elemente hinzugefügt. Deren Entschlüsselung bedarf allerdings die Kenntnis des Flaggenalphabets.
Für die anschließende Weihnachtsfeier im Clubhaus blieb nach Schließung der Versammlung viel Zeit. Diese wurde mit Spiel und Spaß vor allem bei Kartenspielen ausgiebig genutzt. Ein Buffet weihnachtlicher Speisen und Getränke dank der Hilfe zahlreicher Eltern sorgte für den passenden Rahmen. So darf es gern wieder sein im nächsten Jahr.
Am 3. Oktober fand parallel zur Regatta im Frankfurter Yachtclub am Langener Waldsee ein Optitraining seitens des Hessischen Segelverbandes statt, an dem Carla, Clara und Gabriel teilnahmen. Bei wechselhaftem Wetter, unter anderem gerieten die Kinder in den plötzlichen Starkwind und heftigen Regen – wobei mehr als ein Boot kennterte und mehr als ein Kind in Sorge geriet – (ich konnte das aus nächster Nähe miterleben, da ich mich auf der Fusion auch auf dem Waldsee befand).
Nach dem Unwetter war bei absoluter Windstille dennoch für die Mutigen noch ein Schlepp-Kurs mit Trainer Markus möglich. Dieser sehr interessante und intensive Tag war jedoch eine gute Vorbereitung auf die am 7. und 8. Oktober stattfindende Jugendregatta „Waldseecup“, zu der sich aus dem Frankfurter Yachtclub neben Carla, Clara und Gabriel auch Luis gemeldet hatten. Während am Samstag bei ordentlichem Wind die 29 Opti-B-Kinder vier Runden fuhren und Clara am Abend vom FYC völlig unerwartet knapp vor der Lokalmatadorin an erster Stelle lag, musste am Sonntag der letzte und fünfte Lauf unter deutlich schlechteren Windbedingungen stattfinden.
Letztendlich musste sich Clara in ihrer erst zweiten Regatta, aber nach guter Vorbereitung, neben dem Training im FYC, im Segelclub Sa Rapita in den teils stürmischen Wintermonaten auf Mallorca angesichts unseres Sabbatjahres, knapp geschlagen geben und wurde eine zufriedene Zweite. Carla (23 von 29), Gabriel (19 von 29) und Luis (29 von 29) fuhren nach dem Flautenwochenende am Bostalsee nun ihre erste richtige Regatta, die sie respektabel beendeten und nun stolz Teil der Kinder mit Regattaerfahrung sein können. Luis hat zudem die Trophäe des jüngsten Seglers bekommen. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle an alle Kinder und Danke für die gute Unterstützung seitens unseres Sportwarts und der Trainer sowie nicht zuletzt der beteiligten Eltern.
Fast alle Jugendliche stehen im Laufe ihrer seglerischen Vita vor der Frage, was zu tun ist, wenn sie dem Optimisten entwachsen. Diese Frage ist angesichts der zunehmenden Vielfalt an tollen Booten nicht einfach zu beantworten. Vor dieser Frage standen dieses Jahr auch wieder Segler des FYC.
Wie das Thema von den Trainern des FYC angegangen wurde, kann >>hier<< [externer Link] in einem Beitrag von Dierk Conrad auf der Internetseite des Hessischen Seglerverbands nachgelesen werden.
Was tun, wenn der Sommer in seinen letzten Zügen unerwartet und heftig in die Großstadt zurückkommt und es Wochenende ist? Entweder, sich zum FYC aufmachen und hoffen, dass der Main Abkühlung bringt oder aber ins Grüne fahren. Am besten weit weg von Lärm und Betonschluchten, etwa in die nördlichen Hügel des Saarlands, dorthin wo der Bostalsee aus den Wäldern in seiner ganzen Pracht heraussticht. Obwohl kein Wind angesagt war, und trotz der Widrigkeiten der Vorbereitung, kam es uns als Eltern sehr gelegen, die Sommerferien nach der ersten Schulwoche etwas zu verlängern. Bepackt mit Segeln, Rudern und Schwertern, neben dem Campingmaterial, ließen wir die wuseligen Autobahnen des Ballungsgebietes hinter uns und je weiter das Tageslicht verschwand, desto schneller sank das Quecksilber und die Klimaanlage durfte dem Geruch der satten Natur weichen. Dann tauchte endlich, kurioserweise auf Französisch, das Schild “Lac de Bostal” aus der Dämmerung auf. Die Kinder wurden nach der über zweistündigen Fahrt sofort euphorisch und nach ein paar Schlenkern durch das angrenzende Dorf befanden wir uns direkt am Ufer des Sees, den wir nur im Licht der Gestirne und der Bootslampen unter uns schimmern sahen. Die Temperatur war nun nicht mehr T-Shirt geeignet und Gras und Luft vor Feuchtigkeit so strotzend, dass es einem schier ins Gebein fuhr. Dafür brannte es im Grill bereits hell und die Stimmen der anderen Kinder animierten die unsrigen sofort, in den Reigen einzutauchen. Obwohl wir im Dunkeln eintrafen, ging das Aufbauen dank der helfenden Hände der anderen Eltern schnell und bald waren wir Teil der Zeltstadt, die sich rund um den großen Baldachin unseres Jugendwartes angesiedelt hatte.
Nach dem gemeinsamen, für diesen Abend recht späten Essen mit abschließendem Marshmallow-Grillen für die Kinder, hieß es noch beim Abwasch und Zähneputzen, die brummenden Hornissen zu bestaunen, die sich recht zahlreich ins Waschhaus verirrt hatten.
Erschöpft von Tagwerk und Reise schliefen jedoch bald die Kinder, um am nächsten Morgen zeitig zu starten.
Samstag, 9.9.2023
Welch wunderbares Schauspiel bot sich dem Betrachter nun in aller Frühe: Dunst hob sich aus dem Wasser, zog langsam in der Morgenröte über den See und ließ die Landschaft gar allzu träumerisch wirken. So begann dieser Samstagmorgen, obgleich in völliger Windstille, so doch in zauberhafter Schönheit. Die ofenfrische Brioche, das Obst und das obligatorische Nutella wurden bereits fleißig verzehrt, während unser Jugendwart Oliver fachmännisch Eier in verschiedensten Texturen und Garungsstufen nach Gusto zubereitete und nebenan das Aroma von frischem Kaffee aus der Mokkakanne die müden Nasen umspielt. In unterschiedlichen Idiomen, denn wir haben ja einige mehrsprachige Kinder und Familien im FYC, wurde bereits über die Bootsverteilung, den Aufbau, die Abläufe der für so manchen ersten Regatta – zumindest bei den Optis – gesprochen, während die Eltern hofften, dass sich zu diesem nun schnell sehr heiß werdenden Morgen auch ein wenig Wind gesellen möge.
Die Steuermannsbesprechung war für 13h00 angesetzt und so bauten Carla, Clara, Gabriel, Juan, Lucio, Luis und Jonas zeitig ihre Optis (B-Gruppe) und die Crews Diego und Elisa sowie Marcello und Nicolo ihre 420er auf. Allein, die Luft bewegte sich kaum. Prophylaktisch pumpten die Eltern die SUPs auf und cremten mit Sonnenschutz ein, was bei drei nicht auf den Bäumen saß.
Nun musste erst einmal gegessen werden, Spaghetti Bolognese, liebevoll im Vorhinein von einem Elternpaar auf echt italienische Weise für alle zubereitet. Eine echte Herausforderung, denn immerhin musste auf einem Campingkocher Wasser für die vielen Kinder und Eltern gekocht werden – dies ging nur in Schichten – und alle waren vom Herumtoben im Wasser oder der vielen Arbeit drum herum schon ganz hungrig.
Wie befürchtet wurde der geplante Start wegen mangelnden Windes verschoben. Als später immer noch kein Windhauch den heißen Tag auffrischen wollte, entschied die Regattaleitung des SC Bosen, dass es ein Wettpaddeln auf dafür zur Verfügung stehenden Optis geben würde. Dieses Wettpaddeln wurde zur Gaudi, auch wenn die Kleineren klar den Kürzeren ziehen mussten.
Dank des Sees, der zum Spielen, Planschen und Baden einlud, wurde es trotz der Enttäuschung, nicht segeln zu können, für die Kinder und Erwachsenen ein schöner Sommertag, der mit einem Flammkuchen-Abendessen im einen Fußmarsch durchs Grüne gelegenen Clubhaus und einem Fußballspiel auf der davor gelegenen Apfelbaumwiese gekrönte wurde. Langsam sank nun die Abendfeuchte auf Wald und Wiesen zurück und die gegrillten Marshmallows erwärmten erneut die Kinderseelen.
10.09.2023
Am nächsten Tag zogen wieder Dunstschleier über die Seeoberfläche, es gab einen Nußzopf, neben Brötchen und Müsli und nun auch die aufkeimende Hoffnung, dass es doch Wind zum Segeln geben könnte: Denn die Luft bewegte sich leicht und bald schon fuhren Optis und 420er Probeweise bei leichten Brisen auf den See. Die Regattaleitung bot nun auf Wunsch der Kinder eine Ausfahrt an, die Bojen wurden angebracht und schon bewegte sich die Flotte weißer Segel Richtung Seemitte. Zu diesem Zeitpunkt befand ich mich erst auf dem Paddelboard, dann auf einem im FYC seit Zeiten bekannten Dickschiff, der Stor Triss, und musste Zeuge werden, wie die ganze Flotte, unvermittelt, bevor noch das Startsignal zur ersten Wettfahrt ertönen sollte, wieder Richtung Hafen glitt, während der Jollenkreuzer sich doch in den Luftschwüngen einigermaßen flott über das funkelnde Wasser bewegte. Warum also wurde die Regatta, nachdem die Kinder das ganze Wochenende darauf gewartet hatten, nun abgeblasen? Die Erklärung war, dass es wohl einen thermischen Druckausgleich gegeben hatte, inklusive einiger schöner Böen, jedoch der Wind für eine längere Wettfahrt nicht ausreichend sei So wurde also mit ein wenig Enttäuschung, gelindert durch die kleinen Mitbringsel die anlässlich der Siegerehrung verteilt wurden, alles wieder eingepackt, die Boote aufgeladen und verzurrt und die nun neu gewonnenen Bekannten unter den Seglerinnen und Seglern verabschiedet. Beim abschließenden Mittagessen kündigte sich jedoch ein spannendes Ereignis an, fieberhaft verfolgt von so manchem auf dem Handy-Bildschirm: Der erste Weltmeistertitel der deutschen Basketballer.
Eltern und Kinder verbrachten trotz des ausgebliebenen Windes und trotz der langen An- und Abfahrt ein wunderbares Wochenende, in sprachlicher Harmonie aus italienischen, spanischen und deutschen Stimmen unter der fürsorglichen und herzlichen Leitung unseres Sportwartes Oliver und dem besten, was man an solch einem Wochenende erleben kann, der gemeinschaftlichen Verbundenheit und Hilfe. Hoffentlich geht es bald wieder an diesen See, der ganz im Zeichen des Wassersports steht, dann aber mit einem flott sich drehenden Anemometer.
Aus einer kurzen Chatnachricht und einem Klick bei Manage2sail wurde ein unvergessliches Abenteuer für die 4 Regatta Optis Diego, Elisa, Maria und Jona vom Frankfurter Yachtclub. Für die 4 unternehmenslustigen Jungsegler und ihre Eltern Gema und Oliver Iglesias und Barbara Häußermann ging es also vom 15.07 – 19.07 auf zum Störtebeker Cup 2023 nach Helgoland. Das war der Plan.
Die Truppe wurde vervollständigt durch Familie Conrad mit ihrer ebenso abenteuerlustigen und segelbegeisterten Tochter Marie vom Segelclub Inheiden. Insgesamt war das Teilnehmerfeld für Opti A und B zusammen auf 100 begrenzt. In diesem Jahr wurden 67 Opti A und 23 Opti B gemeldet.
So ein Unternehmen benötig allerdings eine umfangreiche Vorbereitung. Das wurde den Eltern glücklicherweise erst nach der festen Zusage zum Störtebecker Cup auf Helgoland klar. Schulbeurlaubungen mussten beantragt, Unterkünfte an unterschiedlichen Stationen gebucht, Betreuung auf dem Wasser sichergestellt, Überfahrten geplant und Material geprüft werden…
Wie es mit dem Abenteuer weiter geht, kann >> hier << nachgelesen werden.
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