Auf dem Podest am Chiemsee

Ein Bericht von Florentin Muchenberger

Starker Einstand bei der German Open der 49er

Vom 15. bis 18. Oktober war der Chiemsee Yacht Club in Prien Gastgeber der Internationalen Deutschen Meisterschaft der 49er und 49erFX. Da in beiden Klassen jeweils nur acht Boote gemeldet hatten, wurde die Meisterschaft kurzerhand in eine German Open umgewandelt. Das hielt uns natürlich nicht vom Segeln ab.


Der Donnerstag präsentierte sich mit 18 Grad und strahlendem Sonnenschein, aber ohne jeden Hauch von Wind. Erst gegen 15 Uhr zog eine leichte Ostwind-Thermik über das Wasser, und die Wettfahrtleitung nutzte die Gelegenheit für einen Start. An der Luvtonne war der Wind jedoch so schnell verschwunden, wie er gekommen war, und die Wettfahrt wurde abgebrochen. Für uns war dieses Rennen trotzdem wertvoll. Wir kamen gut vom Start weg, segelten uns dann aber durch taktische und strategische Fehler Schritt für Schritt nach hinten.

Wir sind beide in dieser Saison vor allem Segelbundesliga gesegelt und hatten nur sechs Trainingstage auf dem 49er. Die kurzen Rennen mit sechs Booten verlangen eine ganz andere Herangehensweise als größere Felder, und auch der Stil auf der J70 unterscheidet sich deutlich vom 49er. Der Abbruch war deshalb ein willkommener Weckruf, dass wir unseren Modus umstellen müssen.


Am Freitag erwartete uns das gleiche Wetter. Der Wettfahrtleiter setzte auf die Thermik vom Vortag und schickte uns um 14:30 Uhr aufs Wasser, und tatsächlich stellte sich wieder genau derselbe Wind ein. Wir erwischten erneut einen guten Start, konnten unseren Leichtwind-Speed aus dem Training am Bodensee ausspielen und hatten diesmal den Moduswechsel geschafft. Kurz bevor der Wind wieder einschlief, gewannen wir die Wettfahrt mit großem Vorsprung und übernahmen damit über Nacht die Führung.


Zum Wochenende hin schlug das Wetter um: Es wurde kälter, nebliger und etwas windiger. Nach zwei Stunden Warten auf dem Wasser setzte schließlich der Nordwestwind ein, und es konnten vier Wettfahrten unter anspruchsvollen Bedingungen gesegelt werden. Der Wind strömte direkt über das Kap der Herreninsel auf unser Feld, und der zunehmende Sprühregen und Nebel machten die Sicht immer schwieriger. Mit den Platzierungen 4, 5, 3 und 2 sind wir etwas wackelig in den Tag gestartet, konnten uns zum Ende hin aber steigern. Nach knapp sechs Stunden auf dem Wasser lagen wir über Nacht auf Platz 3.

Der Sonntag folgte einem inzwischen bekannten Muster: Startbereitschaft um 11 Uhr, Nebel, Kälte und ein angesagter Wind, der auf sich warten ließ. Erst gegen 13 Uhr kam der Ostwind durch, und die Wettfahrtleitung schickte uns noch einmal hinaus. Zwischen 14 und 15:30 Uhr wurden drei Rennen zügig durchgezogen, die eher an Gardasee-Bedingungen erinnerten: Kantenschlacht auf der linken Seite und Autobahn zur Leetonne. Nach einem zweiten Platz reichte es zum Abschluss nur noch für einen vierten und einen fünften Rang. Damit blieben wir in der Gesamtwertung auf Platz 3, nur einen einzigen Punkt hinter Platz 2.


Insgesamt sind wir mit der Regatta sehr zufrieden. Wir hatten uns das Podium zum Ziel gesetzt und haben es trotz der wenigen Wassertage in diesem Jahr erreicht. Darüber hinaus war die German Open eine gute Standortbestimmung: Wir wissen jetzt genau, wo unsere Stärken und Schwächen liegen und woran wir im Winter gezielt arbeiten müssen, um im nächsten Jahr noch einen Schritt nach vorne zu machen.