Auf den Spuren des Commodore in der Karibik

Ein Beitrag von Kurt König

Vom 07.03.-20.03.2026 unternahmen wir, Christine & Kurt, unseren ersten außer-europäischen Törn. Eher per Zufall hatten wir zuvor von unserem Commodore gehört, dass er 30 Jahre zuvor im selben Revier unterwegs war. Wie er starteten wir in Le Marin auf Martinique und fuhren über Saint Lucia und Saint Vincent bis zu den Tobago Cays in den Grenadinen. 301 Meilen ergab die Addition des Logbuches, als wir wieder zurück in Le Marin waren.  Die Marina in Le Marin hat ca. 900 Plätze und verfügt über eine Vielzahl von Läden rund um das nautische Geschäft. Aber natürlich auch Kneipen und Bars. Treffpunkt der Segler, die Bar L’Annexe.

Wir haben für diesen Törn eine Kabine auf einer Jeanneau 53 zum „Mitsegeln“ gebucht. Unsere Skipperin, Karin, kannten wir schon von einem Törn im Mittelmeer. Vervollständigt wurde die Crew von 2 weiteren Männern und einem Ehepaar aus Wien. „Mitsegeln“ bedeutete, dass die Crew das Boot fährt. Nur bei Anker- oder Hafenmanövern ging die Skipperin ans Ruder. Wir fuhren in einer Flotte von 2 Booten. 

Nach der 2-stündigen Sicherheits-Einweisung ging es am 08.03.2026 um 12.30 h los. Von großem Vorteil war es, dass beide Skipper das Revier schon oft besegelt hatten und daher viele lokale Kontakte hatten. Zum Beispiel, in der einen oder anderen Bucht konnte man keine Boje reservieren. Die Kontakt-Leute legten dann einfach ihr Motorboot rechtzeitig an eine (bzw. 2) Boje(n) und das Problem war gelöst. Bis auf eine Ausnahme waren wir jeden Abend in einer anderen Bucht. Entweder lagen wir an einer Boje, oder wir ankerten; einmal auch mit Landleine.

In Saint-Lucia und in Saint-Vincent mussten wir jeweils ein- und ausklarieren, was die Skipperin erledigte. Diese Inseln haben ihre eigene Währung – East Caribbean Dollar – und nur in Bequai gab es einen ATM um Geld zu tauschen. Der Kurs zum Euro war 0,32.

Die Karibik, selbstredend, ist ein ideales Segelrevier. Der Wind weht meist aus Ost bis Nordost. Wir verzeichneten bis zu gut 30 Knoten (6-7 Beaufort), Wellen bis gut 3 Meter und auch einige Regenschauer; unsere gesegelte Topspeed: 9 Knoten. Auf dem Kurs, welchen wir fuhren, annähernd Nord – Süd, bzw. Süd – Nord, mussten wir nur wenig kreuzen und fuhren auf dem gesamten Törn nur eine einzige Halse. Auch hielt sich der Aufwand für den Segeltrimm in Grenzen. Motort wurde nur in der Abdeckung von Inseln.

Insgesamt steuerten wir 9 Buchten an; eine schöner als die andere. Aber am allerschönsten wohl die Tobago Cays. Für den Abend war ein Lobsteressen mit Abholung per Motorboot organisiert.  Einer der Höhepunkte des Törns!

In einigen Buchten gingen wir an Land. Entweder um in einem Resto zu essen oder auch nur in einer Bar einen Punch zu genießen. Die Bars sind all sehr urig. Entsprechen keineswegs europäischen Standards – eher Bretterbuden –  aber das Flair und die Drinks sind prima. Es ist wohl müßig, sich über den Rum in der Karibik auszulassen. Am urigsten war es bei Tony’s Bar in der Wallilabou Bay. Den Grund hierfür seht ihr auf einem Bild (Bar in Flammen). An den meisten Tagen wurde aber an Bord gekocht. Natürlich gingen wir in den Buchten schwimmen, respektive schwammen zur Insel. Und es gab wunderbare Sonnenuntergänge.

Die Wallilabou Bay diente auch als Kulisse für den Film „Pirates of the Caribbean“ (Fluch der Karibik) mit Johnny Depp. Man ließ dort in der Ankerbucht Wallilabou Bay an der Westküste der Insel Bootsstege und Gebäude als Kulissen fertigen. Einiges ist davon noch zu sehen.